Wassermann

Der Wassermann

Der Wassermann

Der Wassermann (© Fred Pötschke)

Der Wassermann (sorbisch/wendisch nyks oder wodny muž) ist eine mythologische Figur, die im gesamten europäischen Raum vorkommt und nicht auf den Kulturkreis der slawischen Völker begrenzt ist. Jedoch spielt er allgemein bei den Slawen und besonders bei Wenden im Spreewald – vor allem wegen der Allgegenwärtigkeit des Wassers – wohl eine große Rolle.

Seine magischen Kräfte sind an das Wasser gebunden. Oft sitzt er am Ufer und versucht, Kinder mit einer Keule zu erschlagen, diese sollten also Abstand halten. Neugierige Menschen, die nach seinen Seerosen greifen, versucht er hinunter in sein Reich zu ziehen. Der Wassermann kann Fluten und Stürme heraufbeschwören, besonders im Frühjahr sorgte er in vergangenen Zeiten für einiges Ungemach, die Feuchtwiesen des Spreewalds wurden regelmäßig überschwemmt. Die Talsperre Spremberg raubte ihm aber ab Mitte der sechziger Jahre den Großteil seiner Macht, die Spree über die Ufer steigen zu lassen.

Die Körper der Ertrunkenen werden in den langsam fließenden Gewässern schnell von Schlamm überzogen, sodass sie oft nie wieder gefunden werden. Man erzählt sich aber auch, dass der Wassermann sie verschlingt und ihre Seelen unter Tontöpfen gefangen hält.

Der wodny muž erscheint oft in der Gestalt eines Fischmannes oder einer aufgedunsenen Wasserleiche. Begibt er sich aufs Land, um den Menschen gut oder auch übel mitzuspielen, erscheint er auch als reicher Bauer mit nassem Rockzipfel, der trinkt und spielt, aber nie eine Karte mit einem Kreuz anfasst.